WER BRAUCHT SCHON HOLLYWOOD?

"Wer braucht Hollywood, wenn es Hildesheim gibt?" - die "Hildesheimer Festspiele" bringen den Glanz am roten Teppich ins Hildesheimer Audimax. (Foto: Oliver Carstens)"Wer braucht Hollywood, wenn es Hildesheim gibt?" - die "Hildesheimer Festspiele" bringen den Glanz am roten Teppich ins Hildesheimer Audimax. (Foto: Oliver Carstens)

Auch Hildesheim kann Festspiele. Das denken sich die Akteure der Tanzschule Saltazio und greifen am kommenden Wochenende  zu den Sternen. 

HILDESHEIM. Als eine Ode an ihre Schülerinnen und Schüler sieht Judith Hölscher, Chefin der Tanzschule Saltazio, das kommenden Wochenende. Dann wird das Audimax in Hildesheim zu einem Ort des Glamours. Ein roter Teppich, Stars und Sternchen und mittendrin 120 Tänzerinnen und Tänzer. “Wir brauchen Hollywood nicht. Wir haben Hildesheim und hier gibt es eine unglaubliche Talentschmiede für künstlerische Talente”, schwärmt Hölscher.

Gemeinsam mit Choreographin Uta Engel haben sie das kommenden Wochenende konzipiert. “Hildesheim Hills” heißt es, angelehnt an die berühmten Hollywood Hills im US-Bundesstaat Kalifornien. Doch all die Ideen, die Hölscher und Engel in den vergangenen Wochen gesammelt haben, kommen von den Schülerinnen und Schülern selbst. “Es war für uns total spannend zu sehen, wie die Jungen und Mädchen mit der Herausforderung umgehen. Was ist ihnen wichtig? Welche Geschichte würden sie erzählen, wenn es ganz ihnen überlassen wird?”

Sie sind die Stars

Waren die ersten Vorschläge noch eher erwartbar und zaghaft, öffneten sich die jungen Menschen im Laufe immer mehr. “Eine Stunde habe ich sie reden lassen. Dann wurde es konkreter”, berichtet Hölscher. Herausgekommen ist ein ganzer Abend Party. Ein Abend Selbstdarstellung. Ein Abend Anerkennung. “Wie geil sind wir eigentlich? Das müssen wir alles ab und zu fragen. Denn letztendlich geht es doch um genau das: jeder will Anerkennung. Jeder will ein Star sein. Und an diesen zwei Abenden dürfen sie genau das sein”, fiebert die Chefin den Auftritten entgegen.

Seit etwa sechs Monaten übt das Ensemble von Saltazio für die Hildesheimer Festspiele. Insgesamt stehen an beiden Abenden etwa 120 Tänzerinnen und Tänzer in unterschiedlichen Rollen auf der Bühne. (Foto: Saltazio)

Seit etwa sechs Monaten übt das Ensemble von Saltazio für die Hildesheimer Festspiele. Insgesamt stehen an beiden Abenden etwa 120 Tänzerinnen und Tänzer in unterschiedlichen Rollen auf der Bühne. (Foto: Saltazio)

Mit dabei sind unter andere Linda Krischke, Laura Moltzahn, Annkristin Mansen und Linda Henning. Sie alle haben gemeinsam, dass sie bereits seit Jahren aktiv tanzen und sofort begeistert waren von der Idee Hölschers, einen Abend nur das auf die Bühne zu bringen, was sie wollen. Angelehnt sind die selbsternannten Hildesheimer Festspiele an ein Ereignis vor fast genau einem Jahr. Damals war das Ensemble von Saltazio zu den Berliner Festspielen eingeladen um ihr Werk “Alice” zu präsentieren. Ein unvergessliches Erlebnis, von dem die jungen Damen noch heute schwärmen. Und so dürfen sie am kommenden Samstag und Sonntag in all die Rollen schlüpfen, die Festspiele voller Glamour und Gloria so hergeben: Bühnenmeister, Moderatorin, Tänzerin, Prinzessin oder Sängerin. “Jeder darf Star sein und über den roten Teppich gehen”, freut sich Laura, die, ebenso wie Kollegin Annkristin als Moderatorin den Abend begehen wird.

Jeder Moment auf der Bühne wird zeigen, wie es ist, einmal im Rampenlicht zu stehen. Den Ruhm, den Applaus zu ernten. Aber auch festzustellen, dass Berühmtheit immer auch bedeutet, sich durchsetzen zu müssen. Gegen einen oder eine, die vielleicht noch besser zu sein scheint. Momente des Glücks, aber auch der Furcht, die das Rampenlicht so mitbringt.

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Hildesheim Hills – because stars are everywhere

Samstag, 5. November 2016,
von 20 bis 21:30 Uhr
(ausverkauft, an der Abendkasse gibt es noch wenige Restkarten)

Sonntag, 6. November 2016,
von 18 bis 19.30 Uhr
(Tickets kosten zwischen 9 und 12 Euro und sind online erhältlich.)

 

 

 

Über den Autor

Oliver Carstens
Oliver Carstens
Oliver Carstens wurde 1979 in Hannover geboren und ist nach 12 Jahren in Hamburg und Schleswig-Holstein im März 2012 nach Hildesheim gekommen. Der gelernte Journalist arbeitet seit fünf Jahren im Bereich Lokaljournalismus. Ersten Erfahrungen bei einem Stadtmagazin in Hannover folgten in Hamburg Engagements für Wochen- und Tageszeitungen. Beim Pinneberger A. Beig Verlag, der zu Schleswig-Holsteins größtem Verlagshaus (sh:z) gehört, lenkte Carstens mehrere Monate als verantwortlicher Redakteur die Geschicke der neuen Sonntagszeitung "Tageblatt am Sonntag". Nach seinem Umzug nach Hildesheim arbeitete der gebürtige Hannoveraner als freier Journalist für die "Hildesheimer Allgemeine Zeitung", bevor er CityToday gründete. Als Inhaber der Medienagentur "Aussenkontakt" entwickelt er zudem Kommunikationskonzepte aus einer Hand, ist Experte für social media-Anwendungen und referiert zu journalistischen Themen. Zudem ist Carstens als Moderator und Organisator von politischen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen für die Friedrich-Naumann-Stiftung Für die Freiheit tätig.

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