SIE MACHT IHR DING – SALTAZIO WÄCHST WEITER

Von der Schuhstraße zieht die Tanzschule Saltazio an das Ostertor. (Foto: Saltazio)Von der Schuhstraße zieht die Tanzschule Saltazio an das Ostertor. (Foto: Saltazio)

Seit Januar reißen werden Wände eingerissen, wieder aufgebaut. Es wird gestrichen und organisiert. Alle Kräfte voraus für das neue Zuhause der Tanzschule Saltazio.

HILDESHEIM. Wenn man jemanden ansieht, dass er für seinen Job brennt, dann ist es Judith Hölscher. Seit 2009 ist sie die Chefin von Saltazio, ihrer eigenen Tanzschule in Hildesheim. Am Samstag, 22. April, beginnt für sie und ihre Schule ein neuer Abschnitt. Saltazio zieht um. Von den Räumen in der Schuhstraße geht es in die Neuen am Ostertor.

Schon lange hegte Hölscher den Wunsch nach einem neuen Standort und wollte sich vergrößern. Denn der aktuelle Standort in der Schuhstraße war inzwischen einfach zu eng geworden und platzte aus allen Nähten. Anfang 2016 ging ihr Vater in Rente und bot ihr sein eigenes Geschäft „Hut Hölscher“ als neuen Standort an. Leider war das jedoch aufgrund der dortigen Statik nicht möglich und die Kosten für den Umbau waren einfach zu enorm.

Die Lage schien verzweifelt, bis sie durch einen glücklichen Zufall auf die Immobilie im Ostertor 11 aufmerksam wurde. Ende Dezember 2016 besichtigte sie den Standort das erste Mal und es war sofort klar, dass viel Arbeit anstand. Die Schalldämmung, neue Böden und die Spiegelflächen waren nur einige Punkte auf einer schier unendlich langen Liste. Doch dank eines unkomplizierten Vermieters konnte das Projekt in Angriff genommen werden und bereits im Januar diesen Jahres mit dem Umbau begonnen werden.

New Yorker Industriechic für Hildesheim

Hölscher möchte mit der neuen Einrichtung den New Yorker Industriechic nach Hildesheim bringen. Sie beschreibt das Ganze als eine Kombi aus rauen Steinwänden, Stahlträgern und Klinkerwänden, wobei es trotzdem einen gemütlichen Eindruck hinterlassen soll. Hier soll den Schülern vermittelt werden, dass alles möglich ist und sie sich hier vollends entfalten und wachsen können.

Hölscher selbst ist gleichzeitig selbst beim Theater tätig, zurzeit in dem Stück „Cabaret“. Außerdem arbeitet sie zeitgleich in Hamburg. Sie bildet sich stets weiter und möchte die Rolle der Lehrerin und Schülerin sehen, wodurch sie sich noch besser in ihre eigenen hineinversetzen kann. Dabei beißt sie auch schon mal in den sauren Apfel und besucht Tanzkurse, die vielleicht nicht unbedingt ihrem eigenen Stil entsprechen. Dadurch kann sie aber nur daran wachsen und ebenso ihre Einstellung zu gewissen Dingen ändern, bzw. besser leiten und hinterfragen.

“Einfach mein eigenes Ding machen”

Hinzu kommt, dass sie sogar Leute dazu ermutigt, die einmal einen schlechten Tag hatten, das Training auch einmal ausfallen zu lassen. Aber wenn man sich dafür entscheidet, sollte die schlechte Laune auch draußen bleiben und man selbst zeigt vollen Einsatz beim Training. Wichtig ist, dass man zu seiner Entscheidung steht und es später keine Beschwerden gibt.

Hölscher unterstützt auch diejenigen, die mit dem Training aufhören möchten. Häufig genannte Probleme sind Unsicherheiten im Teenageralter. Auch hier entsteht ein sehr persönlicher Umgang mit den Schülern und man möchte auf die Bedürfnisse jedes einzelnen eingehen. Ihre größte Intention ist, die Schüler zu pushen und dass sie ihnen einfach ein Gefühl von Sicherheit geben kann.

Die neue Tanzschule soll ein zweites Zuhause für die Schüler werden. Sehr bedeutend wird das durch die schuleigene Philosophie, dass man am Eingang seine Schuhe auszieht. Das soll ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. Hölscher betont, dass man nie zu alt sei, um mit dem Tanzen zu beginnen. Auch mit Anfang bis Mitte zwanzig ist es immer noch möglich, Ballett zu lernen.


Am Wochenende 28. und 29. April können alle Neugierigen während eines kostenlosen Workshopwochenendes mehr über das Programm und das Angebot von Saltazio erfahren. 


Kurzportrait Judith Hölscher

Judith Hölscher ist Chefin der Tanzschule Saltazio. (Foto: Saltazio)

Judith Hölscher ist Chefin der Tanzschule Saltazio. (Foto: Saltazio)

Bereits im Alter von vier Jahren begann sie mit Ballett, mit sechs Jazzdance, mit vierzehn Hip Hop. Dazu kamen über die Jahre Rock’n’Roll, Steppen und Contempary. Oft musste sie mit ihrer Mutter aushandeln, dass sie weiter tanzen durfte, da sie die erste in ihrer Familie war, die Ballett lernte. Ihre Liebe zum Tanzen entwickelte sich auch durch Ballett und Jazz.

Ihr Hobby zum Beruf zu machen, stand zunächst nicht zur Debatte. Als es ans Studieren ging, wählte sie erstmal Jura in Osnabrück. Nach zwei Semestern tanzte sie indes an fünf verschiedenen Hochschulen vor. Sollte sie eine Zusage bekommen, würde sie wechseln. Sie bekam fünf. Bis heute hat sie ihre Entscheidung nicht bereut und empfiehlt jedem: „Mach etwas nicht nicht, aus Angst, es nicht zu schaffen.“ Sie absolvierte die Tanzausbildung sowie einen Abschluss als Bühnentänzerin und Tanzpädagogin.

Ergänzend erhielt sie ein Schauspielstudium in New York und spürte, dass alles irgendwie verbunden ist. Was ihr in dem einem Thema fehlt, findet sie in dem anderen. Dort verließ sie auch bewusst ihre Komfortzone, um einmal das Gefühl kennen zu lernen, wie es ist, etwas nicht zu können und es trotzdem zu machen.

 

Über den Autor

Yeliz Yapici
Yeliz Yapici
Mein Name ist Yeliz Yapici und am 12. Mai werde ich 24 Jahre alt. Zurzeit hole ich meine Fachhochschulreife an der Friedrich-List-Schule in Hildesheim nach. Von 2013 bis 2015 absolvierte ich eine Ausbildung zur kaufmännischen Assistentin für Fremdsprache und Korrespondenz. Danach begann ich eine zweite Ausbildung als Kosmetikerin, die ich jedoch abgebrochen habe, da ich merkte, dass dieser Beruf mich auf Dauer nicht erfüllen wird. Also entschloss ich mich noch einmal die Schule zu besuchen, um im Anschluss Journalismus studieren zu können. Der Beruf hat mich schon immer fasziniert. Als Journalist muss man redegewandt sein und trotzdem hartnäckig. Den Dingen auf den Grund gehen und alles genau zu hinterfragen, gehört zu den bedeutendsten Eigenschaften dieses Berufs.

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