SIE KÄMPFEN WEITER – BUSFAHRER STREIKEN ERNEUT

Mitarbeiter des Stadtverkehr Hildesheim zogen am Mittwochvormittag durch die Fußgängerzone in Hildesheim. (Foto: Justus Hamelmann)

Die Beschäftigten des Stadtverkehr Hildesheim kämpfen weiter um ihre Jobs. Und um ihre Gehälter. Dafür gingen sie am Mittwoch erneut auf die Straße. Gestreikt wird noch bis Freitag. 

HILDESHEIM. Seit vier Monaten dauern die Tarifverhandlungen zwischen ver.di und dem Stadtverkehr Hildesheim nun schon an. Nach einigen positiven Annäherungen kam es jedoch nicht zu einer Einigung, da die Geschäftsführung des SVHI vom ursprünglichen Angebot nichts mehr wissen wollte und die Bedingungen erneut absenkte.

Und so treten die Busfahrer erneut in den Streik. Von Mittwoch bis Freitag stehen die Busse größtenteils still. Am Mittwochvormittag gingen sie wieder auf die Straße. Der Streikzug traf sich am Marktplatz, um von dort aus durch die Fußgängerzone in Richtung Jakobikirche zu ziehen. Auf den Handzetteln, die während des Umzugs ausgeteilt wurden, stellten die Streikenden klar: „Wir bestreiken nicht Sie – unsere Kunden. Dass von Arbeitsniederlegung im öffentlichen Personalverkehr immer auch die Bürgerinnen und Bürger betroffen sind, bedauern wir.“

Die Arbeitsniederlegung hat den Ursprung in den wirtschaftlichen Plänen des SVHI. Dieser will für den eigenwirtschaftlichen Antrag, der die Zukunft des Unternehmens gegen den Bewerber DB Regio Bus sichern soll, die Personalkosten für die 120 Beschäftigten um etwa 35 Prozent senken.  Die Beschäftigten haben somit die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder sie stimmen dem neuen Angebot des SVHi zu, um das Unternehmen zu retten. Oder aber sie verlieren womöglich ihren Arbeitsplatz. 

Der Stadtverkehr muss rund 1,8 Millionen Euro Personalkosten einsparen, um den sogenannten eigenwirtschaftlichen Antrag stemmen zu können.  Als Folge soll der Monatslohn gesenkt und das Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld gestrichen werden. Zudem sollen die Beschäftigten länger arbeiten und die berufliche Wartezeit soll von nun an als Freizeit gelten. Als Summe steht dann die schon erwähnte Lohnkostensenkung in Höhe von 35 Prozent.

„Insgesamt also sollen die Beschäftigten zahlen und die Stadt Hildesheim will sparen“, wirft verdi dem Stadtverkehr vor. Die Gewerkschaft fordert Verhandlungen auf Augenhöhe und Respekt für die Interessen der Beschäftigten. An die Politik richtete sich der Appell, das Personenbeförderungsgesetz so zu ändern, dass es nicht erlaubt sein soll, wenn ein Unternehmen des Bundes (in diesem Fall die DB Regio Bus als Tochterunternehmen der Deutschen Bahn) ein kommunales Unternehmen aus dem Wettbewerb drängen möchte. 

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