ONLINE-MARKTPLATZ VERZÖGERT SICH

Sie wollen Hildesheim mit dem Online-Marktplatz nach vorn bringen: Eckhard Homeister, Hans-Detlef Parsiegla, Fritz Wichmann, Sebastian Machens (Arbeitsgruppe Online-Marktplatz Hildesheim),  Dr. Ingo Meyer (Oberbürgermeister) Boris Böcker (Geschäftsführer Hildesheim Marketing) und Katarina Semper (Stellvertretende Vorsitzende Die Freundlichen Hildesheimer).Sie wollen Hildesheim mit dem Online-Marktplatz nach vorn bringen: Eckhard Homeister, Hans-Detlef Parsiegla, Fritz Wichmann, Sebastian Machens (Arbeitsgruppe Online-Marktplatz Hildesheim), Dr. Ingo Meyer (Oberbürgermeister) Boris Böcker (Geschäftsführer Hildesheim Marketing) und Katarina Semper (Stellvertretende Vorsitzende Die Freundlichen Hildesheimer).

Ein Online-Marktplatz soll den lokalen Handel stärken. Doch die Nachfrage hält sich scheinbar in Grenzen. Die Stadt verlängerte nun die Frist für Interessenten. 

HILDESHEIM. Mit großem Einsatz haben Stadt, Werbegemeinschaft und Hildesheim Marketing vor einigen Wochen die Einführung eines Online-Marktplatzes für die Stadt verkündet. Alle Unternehmen sollten die neu zu schaffende Online-Präsenz nutzen, um sich und ihre Angebote zu präsentieren. Jetzt hat die Stadt die Frist für alle Interessenten bis zum 30. April verlängert. Die Nachfrage nach dem neuen Angebot scheint sich in Grenzen zu halten.

Online suchen, lokal einkaufen. Das ist das Motto, mit dem die Stadtverwaltung gemeinsam mit Hildesheim Marketing und den Freundlichen Hildesheimern die Hildesheimer Händler für das neue Projekt begeistern wollten. 40 Händler sollten es zu Start sein, Doch bis jetzt ist das Interesse der Kaufleute eher gering. Die Mitteilung der Stadt, die Frist nun bis zum 30. April zu verlängern, spricht Bände.


Zehn Jahre zurück – warum der Digitalmarkt in Hildesheim nicht angekommen ist
Ein Kommentar von Oliver Carstens

Wow, Online-Marktplatz. Das ist innovativ. Das ist die richtige Antwort auf das Neuland. Denn Neuland scheint das Internet in Hildesheim tatsächlich zu sein. Wenn Stadtverwaltung, Marketinggesellschaft und Werbegemeinschaft glauben, mit diesem Projekt auf Zukunft machen zu können, werden sie sich schnell eines Besseren belehren lassen müssen. Es gibt für Händler und Kaufleute weitaus bessere Möglichkeiten, ihre Waren zu präsentieren, als in einem virtuellen Schaufenster, dessen Reichweite mehr als begrenzt ist. In anderen Städten setzt man auf echte Expertise. In Hildesheim mal wieder auf eine notdürftige Lösung, die am Ende mehr schadet als nutzt. Wenn Studenten den Händlern bei der Einrichtung, dem grafischen Handling und der Betreuung ihrer Seite helfen sollen, dann ist das zunächst ein schöner Gedanke. Doch die Studenten vergessen, dass sie sich mit derlei Projekten selbst einen potenziellen Arbeitsmarkt kaputt machen. Professionelle Inhalte gibt es nur von Profis. Und das kostet Geld. Alles andere ist Stückwerk und hat keine Zukunft.

Das sehen wohl auch die Händler in Hildesheim so. 40 Teilnehmer sollten es zum Start des neuen Online-Marktplatzes sein. Diese Zahl ist längst nicht erreicht. In Hildesheim hat man die digitale Transformation schlichtweg verpennt. Mit einem Marktplatz im Internet erreicht man heute kaum noch seine Kunden. Vor allem dann nicht, wenn das Projekt nicht einmal die eigenen Leute erreicht. Statt Online-Marktplatz wäre ein flächendeckendes WLAN in der Innenstadt eine echte Alternative, in dem die Händler ihre Anzeigen platzieren können. Der Nutzen wäre für alle größer. Für die Händler, weil die Kunden tatsächlich in Hildesheim unterwegs sind und ein lokales WLAN nutzen. Für die Kunden, weil sie schnelles Internet haben und dabei ortsbezogen Werbung erhalten.

 

Über den Autor

Oliver Carstens
Oliver Carstens
Oliver Carstens wurde 1979 in Hannover geboren und ist nach 12 Jahren in Hamburg und Schleswig-Holstein im März 2012 nach Hildesheim gekommen. Der gelernte Journalist arbeitet seit fünf Jahren im Bereich Lokaljournalismus. Ersten Erfahrungen bei einem Stadtmagazin in Hannover folgten in Hamburg Engagements für Wochen- und Tageszeitungen. Beim Pinneberger A. Beig Verlag, der zu Schleswig-Holsteins größtem Verlagshaus (sh:z) gehört, lenkte Carstens mehrere Monate als verantwortlicher Redakteur die Geschicke der neuen Sonntagszeitung "Tageblatt am Sonntag". Nach seinem Umzug nach Hildesheim arbeitete der gebürtige Hannoveraner als freier Journalist für die "Hildesheimer Allgemeine Zeitung", bevor er CityToday gründete. Als Inhaber der Medienagentur "Aussenkontakt" entwickelt er zudem Kommunikationskonzepte aus einer Hand, ist Experte für social media-Anwendungen und referiert zu journalistischen Themen. Zudem ist Carstens als Moderator und Organisator von politischen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen für die Friedrich-Naumann-Stiftung Für die Freiheit tätig.

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