OB POLTERT, ABER GRÜNE WOLLEN HART BLEIBEN

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“Dann können wir es auch gleich lassen”, echauffiert sich Oberbürgermeister Ingo Meyer. Er fordert, die Politik müsse der Verwaltung deutlich mehr Geld für die Kulturhauptstadtbewerbung zuerkennen. 

HILDESHEIM. Er wolle keinen toten Gaul reiten. “Dieser Rahmen ist weder Fisch noch Fleisch”, sucht Meyer den Konflikt mit SPD, Grünen, Linken, Unabhängigen und FDP-Ratsfrau Julia Zink-Tänzer. Diese ganz große Koalition hatte einer möglichen Bewerbung Hildesheims zur Kulturhauptstadt finanzielle Rahmenbedingungen gestellt. Mehr als eine Million Euro dürfe die Stadt für diese Bewerbung nicht ausgeben. Zudem sollen die 90.000 Euro für eine Personalstelle zunächst mit einem Sperrvermerk in den kommenden Haushalt eingestellt werden. Und solange der gesamte Bedarf von fast 360.000 Euro nicht durch externe Finanziers aufgebracht wird, soll es auch dieses Geld nicht geben.

Oberbürgermeister trommelt für eine Bewerbung

Meyer, der die Chancen einer Bewerbung höher einschätzt als deren Risiken, trommelt bereits seit Monaten gemeinsam mit den Initiatoren von “Hildesheim blüht auf” und den “Freunden der Kulturregion” für eine Bewerbung. Dass ihm die Politik jetzt Steine in den Weg legen will, passt dem Oberbürgermeister gar nicht. Dass die Finanzierung insgesamt zudem erst einmal die Genehmigung des Innenministeriums erfahren soll, empfindet Meyer als Schlag ins Gesicht. “Ich weiß, wie es um die Finanzen dieser Stadt gestellt ist”, wehrt er sich vergangenen Woche im Kulturausschuss.

Auch Hartwig Kämmerer, ehemaliger VHS-Chef und einer der Wortführer für Hildesheim als Kulturhauptstadt, kann sich Meyer nur anschließen. Mit diesen engen Bedingungen nehme man einer möglichen Bewerbung alle Kreativität, zitiert ihn die Sonntagszeitung “Der Kehrwieder” in der neuesten Ausgabe.

Doch auch die Unterstützer für den von SPD, Grünen, Linken, Unabhängigen und Julia Zink-Tänzer auf den Weg gebrachten Antrag, werden mehr. Auch AfD-Fraktionschef Ralf Kriesinger liess erkennen, dass er dem Antrag zustimmen könnte. Generell aber stehe seine Fraktion einer Bewerbung zur Kulturhauptstadt positiv gegenüber. “Im Ergebnis wird die Bewerbung nun so durchgeführt, dass das Projekt Kulturhauptstadt für unsere Bürger und Steuerzahler nicht zu einem Ärgernis werden dürfte”, so Kriesinger gegenüber city.today.

Grünen-Fraktionschef will an Obergrenze nicht mehr rütteln

Oberbürgermeister Ingo Meyer regte nun an, der Verwaltung mehr Freiheiten einzuräumen. Unter anderem soll die Ausgabengrenze auf 1,5 Millionen Euro erhöht werden. Daher wurde der Antrag am vergangenen Montag erneut zur Beratung in die Fraktionen verwiesen. Auf das aber will sich Grünen-Fraktionschef Ulrich Räbiger nicht einlassen. “Wir haben für diese Grenze von einer Million Euro schon in den Fraktionen gerungen. Da werden wir nichts mehr verändern”, bleibt er standhaft. Die Obergrenze soll also bleiben.

Am Montag will sich auch die CDU in die Beratungen über den erweiterten Antrag einbringen.

Über den Autor

Oliver Carstens
Oliver Carstens
Oliver Carstens wurde 1979 in Hannover geboren und ist nach 12 Jahren in Hamburg und Schleswig-Holstein im März 2012 nach Hildesheim gekommen. Der gelernte Journalist arbeitet seit fünf Jahren im Bereich Lokaljournalismus. Ersten Erfahrungen bei einem Stadtmagazin in Hannover folgten in Hamburg Engagements für Wochen- und Tageszeitungen. Beim Pinneberger A. Beig Verlag, der zu Schleswig-Holsteins größtem Verlagshaus (sh:z) gehört, lenkte Carstens mehrere Monate als verantwortlicher Redakteur die Geschicke der neuen Sonntagszeitung "Tageblatt am Sonntag". Nach seinem Umzug nach Hildesheim arbeitete der gebürtige Hannoveraner als freier Journalist für die "Hildesheimer Allgemeine Zeitung", bevor er CityToday gründete. Als Inhaber der Medienagentur "Aussenkontakt" entwickelt er zudem Kommunikationskonzepte aus einer Hand, ist Experte für social media-Anwendungen und referiert zu journalistischen Themen. Zudem ist Carstens als Moderator und Organisator von politischen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen für die Friedrich-Naumann-Stiftung Für die Freiheit tätig.

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