Mekka statt Torejagd: El-Zein verreist lieber

Omar El-Zein im Trikot des VfV Borussia 06 Hildesheim. (Foto: Carstens)

Das ist ein wahrer Hammer: Stürmer Omar El-Zein vom VfV Borussia 06 Hildesheim wird dem Regionalligisten mindestens sechs Wochen fehlen. Statt Tore zu schießen, reist El-Zein nach Mekka. Rückkehr ungewiss. 

HILDESHEIM. Er war als Hoffnungsträger gekommen. Omar El-Zein, der Rückkehrer, sollte dem VfV 06 in der Regionalliga helfen, schnell Fuß zu fassen. Vor der Saison wurde El-Zein von den Verantwortlichen medienwirksam präsentiert, unterschrieb den Vertrag bei den Hildesheimern in der Zentrale seines Arbeitgebers, dem Autohaus Boya. Jetzt, Ende August, hat sich El-Zein entschlossen, vier Wochen auf Pilgerfahrt nach Mekka zu gehen. Rückkehr ungewiss. Denn der Stürmer wird dem Team nicht nur in den vier Wochen fehlen, in denen er auf Reisen ist. Nach seiner Rückkehr wird El-Zein wohl nochmals bis zu drei Wochen brauchen, um wieder den nötigen Fitnesszustand zu erreichen, so Trainer Jürgen Stoffregen in der „Hildesheimer Allgemeinen Zeitung“.

„Omar meinte, Muslime würden spüren, wann der richtige Zeitpunkt für eine Pilgerfahrt gekommen sei, und der sei nun einmal da. Was sollen wir da machen“, so Stoffregen in der Zeitung weiter. Die Reise habe El-Zein von seiner Mutter zum Geburtstag geschenkt bekommen.

Nach Informationen von CityToday hat El-Zein sein Arbeitsverhältnis mit dem Autohaus Boya bereits aufgelöst. Dass der Stürmer jemals wieder zum VfV zurückkehrt ist, Stand heute, mehr als ungewiss.


Kommentar
Gut, dass er weg ist
Von Oliver Carstens

Der Abgang von Omar El-Zein wirft mehr Fragen auf, als er Antworten gibt. Was der Stürmer hier mit dem VfV 06 macht, ist an Frechheit kaum zu überbieten. Der als Königstransfer gefeierte Neuzugang sollte dem VfV in der Regionalliga Stabilität geben, El-Zein sollte dem jungen Team als Anker dienen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Nach diesem Abgang von El-Zein müssen grundsätzliche Zweifel an der Berufsauffassung des Stürmers erlaubt sein. Seinen Verein und auch seinen Arbeitgeber dermaßen vor den Kopf zu stoßen, braucht schon ein großes Maß an Ignoranz. Trainer Jürgen Stoffregen sollte nicht zu viel Hoffnung darauf setzen, dass El-Zein nach seiner Pilgerreise wieder in den Kader zurückkehrt. Er würde es ohnehin schwer haben. Bei den Fans, die ihm diesen Abgang wohl kaum verzeihen werden, aber auch nicht im Mannschaftskreis. El-Zein hat seine Chance verwirkt. In Hildesheim sollte man ihm jetzt keine Träne nachweinen. Ein Spieler mit so wenig Charakter schadet dem Ziel Klassenerhalt eher, als das er ihm nützt. Gut, dass er weg ist.

Über den Autor

Oliver Carstens
Oliver Carstens
Oliver Carstens wurde 1979 in Hannover geboren und ist nach 12 Jahren in Hamburg und Schleswig-Holstein im März 2012 nach Hildesheim gekommen. Der gelernte Journalist arbeitet seit fünf Jahren im Bereich Lokaljournalismus. Ersten Erfahrungen bei einem Stadtmagazin in Hannover folgten in Hamburg Engagements für Wochen- und Tageszeitungen. Beim Pinneberger A. Beig Verlag, der zu Schleswig-Holsteins größtem Verlagshaus (sh:z) gehört, lenkte Carstens mehrere Monate als verantwortlicher Redakteur die Geschicke der neuen Sonntagszeitung "Tageblatt am Sonntag". Nach seinem Umzug nach Hildesheim arbeitete der gebürtige Hannoveraner als freier Journalist für die "Hildesheimer Allgemeine Zeitung", bevor er CityToday gründete. Als Inhaber der Medienagentur "Aussenkontakt" entwickelt er zudem Kommunikationskonzepte aus einer Hand, ist Experte für social media-Anwendungen und referiert zu journalistischen Themen. Zudem ist Carstens als Moderator und Organisator von politischen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen für die Friedrich-Naumann-Stiftung Für die Freiheit tätig.

1 Kommentar zu "Mekka statt Torejagd: El-Zein verreist lieber"

  1. Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben Sie eine Stammleserin gewonnen. Vielen dank für die Informationen.

    Gruß Anna

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