HOSPIZ-PLÄNE FÜR HILDESHEIM WERDEN KONKRETER

Die Pläne für ein eigenes Hospiz in Hildesheim nehmen Form an. Der Bedarf ist angesichts der älter werdenden Bevölkerung durchaus gegeben.Die Pläne für ein eigenes Hospiz in Hildesheim nehmen Form an. Der Bedarf ist angesichts der älter werdenden Bevölkerung durchaus gegeben.

Der Hospizverein „Geborgen bis zuletzt“ bietet der Stadt Hildesheim bei Sondierungsgespäch über ein eigenes Hospiz Unterstützung an.

Von Wiebke Barth

HILDESHEIM. Ein stationäres Hospiz für Hildesheim scheint in greifbare Nähe zu rücken. Der Wunsch nach einer solchen Einrichtung bestehe bei vielen Betroffenen in Stadt und Landkreis, weiß Friedrich Wißmann. Der Vorsitzende des Hospizvereins „Geborgen bis zuletzt“ im Evangelischen Kirchenkreisverband Hildesheim hatte daher engagierte Akteure zu einer Gesprächsrunde eingeladen, um dem Ziel gemeinsam näher zu kommen. Und war erfreut zu hören, dass die Pläne für ein Hospiz in der Nachbarschaft des Helios-Klinikums bereits konkret werden.

„Unsere Interessengemeinschaft ist schon recht weit“, erklärte Markus Dolatka, der als Vertreter dieser Gemeinschaft am Gespräch teilnahm. Die Fertigstellung eines Hospizes mit voraussichtlich zwölf Plätzen sei für Ende 2018 angepeilt. Ein Bebauungsplanverfahren für ein Grundstück östlich des Klinikums an der Goslarschen Landstraße ist auf den Weg gebracht.

Bisher handele es sich bei der Interessengemeinschaft um einen lockeren Verbund von Organisationen – darunter das Helios-Klinikum – und Privatpersonen, die zusammen planten. Es sei seiner Ansicht nach sinnvoll, das Hospiz als Gemeinschaftsprojekt anzugehen und einen Trägerverband zu gründen. „Ich weiß, wie viel Power in dieser Stadt ist“, gab sich Dolatka optimistisch. Das Gebäude könne von einem Bauträger erstellt und dann an diesen Verband vermietet werden. Dolatka lud die Anwesenden ein, sich zu beteiligen. Friedrich Wißmannn sagte für den Hospizverein „Geborgen bis zuletzt“ die Mitarbeit zu. Die ehrenamtlichen Kräfte des Vereins würden sich im neuen Hospiz einbringen: „Das wäre doch schon was“, meinte Wißmann.

Ein Vorhaben, das nicht ohne Risiko ist

Andere Teilnehmer des Gesprächs wie Pastor Carsten Möllering von der Diakonie Himmelsthür und Falko Salbert vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt wollten sich zunächst über den Stand der Planung informieren. Walter Weber, Werkmeister des Johanniterordens Niedersachsen-Bremen, war angereist, um sich einen Eindruck zu verschaffen, ob für die Johanniter in Hildesheim ein Hospiz in eigener Trägerschaft in Frage komme. An einem Verbund bestehe kein Interesse, es müsse eindeutig sein, wer für ein solches Projekt das wirtschaftliche Risiko  trage.

Ohne Risiko sei das Vorhaben nicht, räumte Markus Dolatka ein. Bei guter Auslastung deckten Sozialversicherungsträger 95 Prozent der Betriebskosten ab, weitere 5 Prozent müssten durch Spenden über einen Förderverein aufgebracht werden. Auch komme ein Hospiz nicht ohne gut ausgebildete Pflegekräfte aus, und die seien schwer zu bekommen. Ob sich die erforderliche Auslastung erreichen lasse, sei wohl nicht sicher vorhersehbar, meinte Friedrich Wißmann. Doch bisher müssten Angehörige unzumutbare Wege auf sich nehmen, um sterbende Angehörige in einem Hospiz beispielsweise in Hannover zu besuchen.

Bedarf für ein Hospiz in Hildesheim ist da

Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung sei seiner Ansicht nach der Bedarf vorhanden, erklärte Dr. Stefan Krok, Arzt für Palliativmedizin. Gebe es erst einmal ein Angebot, entstehe sicherlich auch die Nachfrage nach Hospizplätzen. Eine gute Verkehrsanbindung sei beim Standort sehr wichtig, die Lage an der Goslarschen Landstraße daher aus seiner Sicht geeignet. „Ich bin fest der Meinung, dass ein Hospiz in Hildesheim überfällig ist“, unterstrich Markus Dolatka.

 

Kommentar hinterlassen on "HOSPIZ-PLÄNE FÜR HILDESHEIM WERDEN KONKRETER"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*