FDP WILL PYROTECHNIK IM STADION LEGALISIEREN

Pyrotechnik, wie hier bei einem Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf, soll unter Auflagen legalisiert werden. (Foto: Deutscher Fußball-Bund)

Der Bundesvorstand der Freien Demokraten folgt einem Antrag der Jungen Liberalen. In Zukunft soll Pyrotechnik in deutschen Stadion legal sein. 

HILDESHEIM. Vor einem Jahr sorgten die Jungen Liberalen Niedersachsen für Aufruhr mit ihrer Forderung für einen „Pyro-Pass“ und der damit einhergehenden Genehmigung von zuvor angemeldeten Rauchfackeln in abgegrenzten Stadionbereichen. Einen entsprechenden Antrag stellte die Jugendorganisation am Montag dem FDP-Bundesvorstand zur Debatte. Das Führungsgremium der Partei stimmte in Berlin dem Antrag zu.

Der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen in Niedersachsen, Lars Alt. (Foto: Junge Liberale Niedersachsen)

Der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen in Niedersachsen, Lars Alt. (Foto: Junge Liberale Niedersachsen)

Dazu erklärt der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen, Lars Alt: „Der Einsatz pyrotechnischer Mittel ist ein Bestandteil der Fankultur. Die Freien Demokraten wie die Jungen Liberalen unterstützen deshalb den sogenannten „Chemnitzer Weg“ als Modellprojekt. Eine Legalisierung soll nur mit zuvor angemeldeten Rauchfackeln in einem abgegrenzten Stadionbereich umgesetzt werden. Explizit ausgenommen hiervon sind alle Feuerwerkskörper, Böller und nicht-löschbare Pyrotechnik, die unter das Sprengstoffgesetz fallen. Zudem müssen die entsprechenden bau-, haftungs- und versicherungsrechtlichen Fragen berücksichtigt werden.“

„Pyrotechnik dürfe nicht mit Gewaltbereitschaft gleichgesetzt werden, forderte Alt.. Das Verbot und die konsequentere Ahndung von Pyrotechnik hätten die Stadien in den vergangenen Jahren nicht sicherer gemacht. Vielmehr werde die Pyrotechnik eher vermummt, eingeengt und zwischen vielen Fans gezündet und in vermeintlich freie Bereiche oder auf das Spielfeld geworfen. „Ein kontrolliertes Abbrennen der bengalischen Lichter in dafür vorgesehenen Stadionbereichen würde einen erheblichen Sicherheitsgewinn bedeuten“, erläutert der JuLi-Chef.

Keine Speicherung von personenbezogenen Daten

Der Vorsitzende der FDP-Jugendorganisation erhofft sich insgesamt mehr Dialogbereitschaft um den Konflikt zunehmender Gewalt in Fußballstadien lösen zu können: „Für uns sind präventive Maßnahmen sinnvoller als Bestrafung. Im Dialog mit Vereinen, Polizei und Fanclubs muss es gelingen, die Sicherheit der Stadionbesucher sicherzustellen bei gleichzeitiger Beachtung der Bürgerrechte. Eine Speicherung personenbezogener Daten für eine Art „Schatten-Führungszeugnis“ von Personen, die sich nachweislich nichts zu Schulden haben kommen lassen, lehnen wir ab. Die Praxis zeigt, dass aktuell nicht einmal Löschfristen für diese SKB-Dateien eingehalten werden. Fußballfans sind keine Verbrecher – auch für sie gelten Rechte und Gesetze.“

Basierend auf einer geplanter Fanaktion zum Spiel FC Chemnitz – VfB Lübeck am 18. Oktober wandte sich das Fanprojekt Chemnitz an den Sicherheitsbeauftragten des DFB, Helmut Spahn. Beide Fanlager, aus Chemnitz und Lübeck, planten für das Spiel eine größere Aktion, die mit Pyrotechnik untermalt werden sollte, weshalb ein Genehmigungsgesuch an den DFB gesandt wurde. Die Bitte wurde abgelehnt. Der sogenannten Chemnitzer Weg soll die Legalisierung von Pyrotechnik in Stadien unter folgende Bedingungen möglich machen: 1. Abgesperrter Bereich im Stadion 2. Feste Zuweisungen von Personen und Verantwortungsbereichen 3. Ausschließliche Benutzung von Rauchfackeln, die nicht unter das Sprengstoffmittelgesetz fallen 4. Feste Zuweisung von Zeitpunkten vor oder nach dem Spiel, um den Spielbetrieb nicht zu beeinflussen.

Über den Autor

Oliver Carstens
Oliver Carstens
Oliver Carstens wurde 1979 in Hannover geboren und ist nach 12 Jahren in Hamburg und Schleswig-Holstein im März 2012 nach Hildesheim gekommen. Der gelernte Journalist arbeitet seit fünf Jahren im Bereich Lokaljournalismus. Ersten Erfahrungen bei einem Stadtmagazin in Hannover folgten in Hamburg Engagements für Wochen- und Tageszeitungen. Beim Pinneberger A. Beig Verlag, der zu Schleswig-Holsteins größtem Verlagshaus (sh:z) gehört, lenkte Carstens mehrere Monate als verantwortlicher Redakteur die Geschicke der neuen Sonntagszeitung "Tageblatt am Sonntag". Nach seinem Umzug nach Hildesheim arbeitete der gebürtige Hannoveraner als freier Journalist für die "Hildesheimer Allgemeine Zeitung", bevor er CityToday gründete. Als Inhaber der Medienagentur "Aussenkontakt" entwickelt er zudem Kommunikationskonzepte aus einer Hand, ist Experte für social media-Anwendungen und referiert zu journalistischen Themen. Zudem ist Carstens als Moderator und Organisator von politischen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen für die Friedrich-Naumann-Stiftung Für die Freiheit tätig.

1 Kommentar zu "FDP WILL PYROTECHNIK IM STADION LEGALISIEREN"

  1. Wie erkläre ich das meinen Wählern, die ins Stadion gehen um Fussball zu sehen und nicht im Nebel stehen wollen ?

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