DAS STÜCK MIT DEN 100 MÖGLICHKEITEN

Unser Autor war zu Besuch bei den Proben zu "Das Geheimnis des Edwin Drood". (Foto: Moritz Detje)

Was passiert, wenn ein Autor stirbt, bevor er sein Werk vollenden konnte? Ganz einfach. Man lässt das Ende offen. Und am Ende entscheiden die Zuschauer über den Ausgang. 

HILDESHEIM. Tanja Kleine muss unseren Prinzipal Alexander Prosek als Souffleuse noch hörbar stützen, während er uns durch die Szene führt – und trotzdem spürt man die Qualität, mit der das Team um Regisseur Craig Simmons der TfN-MusicalCompany ihre neueste Produktion auf den Weg bringt: „Das Geheimnis des Edwin Drood“

Den Roman, den Charles Dickens nie fertig stellte, umranken seit über 100 Jahren zahlreiche Spekulationen: Wer ist der Mörder – wer legt eine falsche Fährte – ist Drood überhaupt tot? Jede der Figuren scheint mindestens noch eine gänzlich andere, versteckte Seite in sich zu tragen.

Der britisch-amerikanische Autor und Komponist Rupert Holmes antwortete 1985 auf das Potential dieser Geschichte mit einem faszinierenden Musical: Der Zuschauer soll entscheiden!

Den Verlauf der Geschichte – und wer schließlich der Mörder ist – bestimmt das Publikum: Auf der ersten Ebene verfolgt der Zuschauer eine Theatertruppe, die den Krimi von Charles Dickens unter Anleitung des Theaterdirektors spielt. Die zweite Ebene spielt dann tatsächlich im Krimi, den der Zuschauer unter Einflussnahme auf die Theatertruppe (Ebene 1 ) mitgestaltet.

Regisseur Craig Simmons, der das Stück  nun für die Große Bühne am Theater für Niedersachsen inszeniert, freut sich schon sichtlich: „Ein Stück mit 100 Möglichkeiten“. Und auch Chefdramaturgin Astrid Rebstein ist sich sicher: „Die Interaktion zwischen Publikum und Schauspieltruppe, das wird der Hauptspass des Abends.“


Zum Inhalt:

Die Geschichte spielt in der verschlafenen Kleinstadt Cloisterham, irgendwo im England des 19. Jahrhunderts. Hier verschwindet an einem stürmischen Weihnachtsabend der draufgängerische Edwin Drood, kurz bevor er die reizende Miss Roa Budd heiraten sollte. Nur sein blutgetränkter Mantel wird noch gefunden. Zuvor hat Edwin sich mit dem jähzornigen Neville Landless angelegt, der ebenfalls ein Auge auf Rosa geworfen hat. Auch Edwins Freund und Onkel John Jasper leidet insgeheim unter den Hochzeitsplänen, pflegt er doch eine heimliche Leidenschaft nicht nur für die Droge Opium, sondern auch für seine Gesangschülerin Rosa. Und welches Interesse könnten der ehrwürdige Pastor Crisparkle oder die Betreiberin einer Londoner Opiumhöhle an dem Schicksal von Rosa und Edwin haben? Wer könnte Edwin Drood ermordet haben?

Das Ensemble:

Musikalische Leitung Leo Siberski
Inszenierung
 Craig Simmons
Bühne und Kostüme Esther Bätschmann
Choreografie Katja Buhl
Mit Alexander Prosek (Prinzipal/Bürgermeister Sapsea), Fabian Egli (John Jasper), Harrie Poels (Hochwürden Chrisparkle), Teresa Scherhag (Edwin Drood/Dick Datchery), Sandra Pangl (Rosa Budd), Elisabeth Köstner (Helena Landless), Jürgen Brehm (Neville Landless), Björn Schäffer (Durdles), Fehmi Göklü (Gehilfe), Judith Bloch (Prinzessin Puffer), Tim Müller (Bazzard), Tanja Kleine (Souffleuse), Konstanze Wussow (Inspizientin), Leo Siberski (Dirigent)

Premiere am Samstag, 11. März 2017, 19:00 Uhr, Großes Haus
Matinee am Sonntag, 5. März 2017, 11:15 Uhr, Großes Haus (Eintritt frei)


Die Premiere von „Das Geheimnis von Edwin Drood“ ist am Samstag  11. März um 19 Uhr im großen Haus am TfN zu erleben. Karten sind unter www.tfn-online.de oder im Service-Centrum des TfN in der Theaterstraße erhältlich.

Über den Autor

Moritz Detje
Moritz Detje
Moritz Detje studiert seit dem Herbst 2014 Philosophie und Literatur an der Universität Hildesheim.

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