DAS POSITIVE ANDERSSEIN

Daniel Pohnert und Nicole Pohnert bei den Proben zu Reiner Müllers Inszenierung von "Das hässliche Entlein". (Foto: Clemens Heidrich, TfN)Daniel Pohnert und Nicole Pohnert bei den Proben zu Reiner Müllers Inszenierung von "Das hässliche Entlein". (Foto: Clemens Heidrich, TfN)

Lautstark warten die Kinder darauf, dass sich die Tür zur Bühne öffnet. Es soll um eine besondere Ente gehen – soviel steht fest.

HILDESHEIM. Das Theater Persephone, das zuletzt mit der deutschen Erstaufführung „Airswimming“ beeindruckte, hat jetzt Andersens Geschichte vom hässlichen Entlein in Form eines Musicals für Kinder ab 3 Jahren auf die Bühne gebracht. Zur Generalprobe wurden alle Kinder des Oberlin-Kindergarten eingeladen. Die Kinder halfen dem Regisseur Reiner Müller in den vergangenen Wochen immer wieder das Stück altersgerecht umzusetzen. „Die Herausforderung war die eigentlich sehr düstere Geschichte so zu gestalten, dass wir die Kinder abholen und nicht abschrecken. Kinder in diesem Alter machen täglich die Erfahrung, dass sie etwas fremdes hören oder sehen. Gleichzeitig liegen zwischen dem Erfahrungsschatz eines 3 und eines 6 jährigen Welten“, betont Reiner Müller. Die Aufgabe bestand im Spagat zwischen „zu einfach“ und „zu anspruchsvoll“ mit angepasstem Gruselfaktor.

Die Lösung wurde in Form eines spielerischen Rahmens gefunden. So wird einer einsamen Frau (Nicole Pohnert) von einem Akkordeonspieler (Daniel Pohnert) die Geschichte des Entleins erzählt, in dessen Verlauf sich Nicole Pohnert in  das Entlein und später den Schwan verwandelt und Daniel Pohnert seine Vielseitigkeit bei der Darstellung der anderen Teichbewohner unter Beweis stellt. Das Spiel wurde dabei so lebhaft, dass die Kinder sich zurückhalten mussten mit einzusteigen. Aber auch dieser Hunger wurde nicht ohne Grund geschürt: Das Ende des Stücks lud alle Kinder dazu ein dem favorisierten Ententanz mit vollem Körpereinsatz nachzueifern.

Die autobiographische Geschichte des Dichters mit „langer, schlottriger, lemurenhaft-eingeknickter Gestalt“, der zeit seines Lebens selbst ein Außenseiter war hat nicht an Aktualität verloren.

Die Kinder werden im Laufe ihres Lebens mit einer Welt konfrontiert, die Unterschiede betont. Umso wichtiger also, dass die Kinder schon früh eine positive Haltung zum Anderssein entwickeln, sodass wir uns über diese gelungene Umsetzung durch das Theater Persephone nur freuen können.


Die ausverkaufte Premiere ist am Donnerstag, 9. März um 11 Uhr.

Weitere Aufführungen diesen Monat finden am Freitag 10.03. um 11 Uhr, am Samstag 11.03. um 15 Uhr und am Sonntag  12.03. jeweils um 15 Uhr im TfN statt. Weitere Termine im Mai sind der 10.5. um 11 Uhr, der 11.05. um 11 Uhr, der 12.05. um 11 Uhr, der 13.05. um 15 Uhr und der 15.05. um 11 Uhr. Tickets gibt es für 7 Euro, ermäßigt für 5 Euro im Service Center des Theater für Niedersachsen (Theaterstraße, neben dem Bühneneingang).

Über den Autor

Moritz Detje
Moritz Detje
Moritz Detje studiert seit dem Herbst 2014 Philosophie und Literatur an der Universität Hildesheim.

Kommentar hinterlassen on "DAS POSITIVE ANDERSSEIN"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*